Praxis Dr. med. Reinhard Schiller – Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Geisenhausen / Landshut / Niederbayern. Illustration © Julia Schiller

Informationen zur Hypnotherapie

Von Dr. Reinhard Schiller,
Ausbildung in Autosystemhypnose™ (nach Götz Renartz)

 

Die Therapie mit Hypnose hat bereits eine längere Geschichte. Hypnos heißt altgriechisch „Schlaf“. Vorgänger der Hypnotherapie in der Antike waren meditative Verfahren, die auch heute noch zur Anwendung kommen und sich großer Beliebtheit erfreuen.
Suggestive Methoden wurden von Mönchen im Mittelalter angewandt (Beschwörungen).
Der englische Augenarzt James Braid führte Anfang des 19. Jahrhunderts schon Operationen in Hypnose durch!
Der Begriff des Unbewussten wurde schon lange vor Sigmund Freud beschrieben.
Dieser war aber der erste, der diesen Teil des Menschen genauer untersuchte und definierte.
Auch er beschäftigte sich mit Hypnose, konnte aber nie so ganz damit arbeiten und bekämpfte die Methode oder zog sie ins Lächerliche. Darüber geriet er auch mit seinem Schüler Carl Gustav Jung in Streit, der sich sehr gerne hypnotherapeutischer Methodik bediente.
Es kam in der Folge zu den allseits bekannten Show-Hypnosen, bei denen Suggestionseffekte zu kommerziellen Zwecken benutzt wurden, und die das Verfahren in Misskredit brachten.
Erst in den Achtziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Hypnotherapie neu entdeckt und vor allem konsequent weiterentwickelt. Ziel ist nicht mehr die Beeinflussung von Symptomen durch reine Suggestion sondern Aufdeckung und Kontrolle störender unbewusster Denkinhalte.

Dabei wird in Trance direkt mit dem Unbewussten des Patienten Kontakt aufgenommen und kommuniziert.
Das bedeutet, dass die Sitzung nicht durch den Arzt und nicht durch den Patienten, sondern ausschließlich durch das Unbewusste gesteuert wird. Hierdurch ergibt sich ein viel schnelleres Vorankommen als etwa bei der klassischen Psychotherapie. Es wird inzwischen bereits unterstellt, dass die Fortschritte des Patienten unter Psychotherapie nur in den Situationen stattfinden, in denen er „zufällig“ in Trance gerät, was natürlich immer wieder vorkommt.

Etwa 90-95 % der Menschen sind hypnosefähig, d.h. man kann sie mehr oder weniger leicht in Trance bringen. Dabei behalten sie aber ihre völlige Selbstbestimmung
(etwa wie beim Tagträumen – man vergisst sein Selbst vorübergehend, gibt es aber in keiner Weise auf).
Dabei kommen die unbewussten Denkinhalte nach oben; sie stammen oft von Erlebnissen, die nicht richtig verarbeitet wurden z.B. wegen starker emotionaler Beteiligung. Man kennt inzwischen durch moderne hirnphysiologische Untersuchungen (Positronenemissionstomografie) die Hirnstrukturen, die verhindern, dass eine Information korrekt und unschädlich abgespeichert wird. So entstehen traumatische Ereignisse, die dann unbeeinflussbar vom Bewusstsein das Wohlbefinden und die erfolgreiche Selbstverwirklichung negativ beeinflussen. Es ist als würde die Datei im falschen Ordner abgespeichert, in einem, der mit negativen Gefühlen verknüpft ist.
Ein Beispiel wäre eine als bedrohlich empfundene Situation bei einer Flugreise in der Kindheit, die dann später die Flugangst bewirkt. Selbst noch so intensive Aufklärung über die relative Harmlosigkeit von Reiseflügen vermag diese Ängste nicht mehr aufzulösen. Auch andere Ängste (Platzangst, Panikattacken) lassen sich oft so erklären.

Die von Dr. Schiller erlernte moderne Hypnotherapieform heißt Autosystemhypnose™.
In einer über einjährigen Weiterbildung bei einem der größten deutschen Institute für medizinische Hypnotherapie wurde die systematische Durchforstung der Probleminhalte des unbewussten Denkens vermittelt. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Inhalte im einzelnen an, sondern auf die problembehafteten Verknüpfungen mit unangenehmen Gefühlen.
Diese „falschen Verknüpfungen“ lassen sich wie im Software-Bereich wieder lösen über ein schematisiertes Vorgehen. Also kein endloses Couch-Geplauder ..
So wird das Unbewusste beauftragt, Ja/Nein Antworten zu geben (z.B. mittels so genannter kataleptischer Zeichen, indem sich etwa die linke Hand hebt als Ja-Antwort).
So kommt man sehr schnell bis die Wurzel des Problems, so dass der Patient dem Unbewussten die Anweisung zur diesmal korrekten emotionsfreien Abspeicherung der „Datei“ geben kann…
Dabei ist es nicht unbedingt erforderlich, dass der Arzt die Details der Probleme im Einzelnen erfährt, manchmal sogar nicht einmal der Patient!
Vielmehr werden Ressourcen des Unbewussten aktiviert, die sich um die unverarbeiteten störenden Denkmuster kümmern und sie richtig einordnen.
Damit tritt Heilung ein. Der Patient erlebt das Ganze als entspannend, oft befreiend und spürt die laufenden Fortschritte.

Mittels Hypnotherapie kann man viel schneller als mit psychotherapeutischen Methoden behandeln.
Außerdem ist das Ganze nicht belastend, sondern der Patient ist ständig in angenehmer geniessender Entspannung.

Zu den Indikationen gehören: Verhaltensstörungen, Essstörungen, Flugangst, Sonstige Ängste, Panikattacken, chronifizierte Schmerzen, Suchtprobleme incl. Raucherentwöhnung, Selbstwertstörungen und seelische Traumata (Unfälle, sexueller Missbrauch, seelische Misshandlung.)
Letztere Behandlung heißt Traumatherapie und funkioniert ganz besonders gut, denn es lässt sich die Belastungssituation in Trance sehr dosiert dem Unbewussten darbieten, wobei dieses dann wiederum über Katalepsie anzeigt wenn die Situation überfordernd wird. So kann stets im optimalen Bereich immer unterhalb der Schmerzgrenze gearbeitet werden, und der Patient wird nicht zusätzlich traumatisiert.

Die Dauer der Behandlung ist natürlich je nach Patient und Erkrankung unterschiedlich, und reicht von 3 bis 6 Sitzungen, im Extremfall auch einmal mehr.
Leider erstattet die Kasse die Kosten bisher nicht.
Eine Sitzung kostet derzeit 70 €.

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